Fremantle

Nach dem Frühstück die letzten Sachen gepackt und den Camper wieder in seinen Ursprungszustand versetzt. Dann knapp 20 min zum Flughafen Perth gefahren, wo wir den Mietwagen für die nächsten 2 Tage abholen- wir bekommen sogar ein kostenloses Upgrade 🙂

Alles umladen, den Camper abgeben, dann ab nach Fremantle an der Küste unterhalb von Perth. Wir haben ein niedliches Zimmer in einem Victorianischen Haus, die so typisch sind für Fremantle.

Wir sind direkt oberhalb des alten Stadtkerns welchen wir dann fußläufig erkunden. Der Altstadt-Kern hat ein tolles Flair, wir hätten jedes zweite Haus fotografieren können.

Manches ist kurios 😉

Auch Richtung Hafen sehr schön, außerdem ist es heute mal einen Tag fast 30 Grad (morgen wieder kälter), was mal was ganz neues ist. Dort „treffen“ wir auch Bon Scott von AC/DC, der in Fremantle beerdigt ist.

Hier wollen wir wohl morgen Abend mal „Dinieren“

Das Roundhouse hat nicht nur mit seinem Tunnel, durch den man von 1837-1860 die Wale von der Küste zum Zerlegen in die Stadt geschleppt hat Geschichte geschrieben, darüber war auch (wie auch auf Rottnest Island) das Gefängnis für die Aborigines, die den Tunnel bauen mussten….

Es gibt aber auch fröhlichere Orte:

Mit einem letzten typischen Blick verabschieden wir uns Richtung Appartement, morgen geht es nach Rottnest Island.

Southcoast: William Bay + Albany + Porongorup

Schon nach kurzer Fahrt biegen wir von der 1, dem South Coast Highway ab in die William Bay Road zu dem gleichnamigen Nationalpark. Schon der erste Stopp am Greens Pool begeistert uns, und wir wissen, warum diese Bucht mit zu den schönsten in Australien zählt.

Durch die vorgelagerten Felsen bildet sich tatsächlich ein Pool, der nur ab und zu von überschwappenden Wellen weiter mit Wasser gefüllt wir. Es schwimmen mehrere Personen ihre Bahnen, aber alle mit kurzen oder langen Neopren Anzügen, ist eben noch Frühling (16. Oktober) und nicht so warm.

Wir sehen, dass man über die Felsen zur nächsten Bucht mit den Elephant Rocks laufen kann, und genießen dabei die phantastischen Panoramen.

Hier stehen 3 junge Mädchen in Bikini, gehen aber nicht weiter als bis zu den Beinen rein…wie gesagt, Neopren macht Sinn. Ich hatte mir 2020 (als wir im März, also Spätsommer fahren wollten, was wegen Corona ausfiel) ein langarm Schwimshirt gekauft und eine Schwimm-Shorts, aber ich fürchte, die werden beide dieses Jahr auch nicht zum Einsatz kommen….

Kurz bevor wir zum Auto zurück kehren gehe ich an die Kante eines der Pools, um nach Krebsen, Seesternen oder ähnlichem Ausschau zu halten und rutsche auf einem noch feuchten Felsen aus – Autsch! Aber so richtig auf den Allerwertesten und das Steißbein, mit beiden Füßen im Wasser, na toll. Wie eine Ente watschele ich zum Auto, stelle trotz Schmerzen aber positiv fest, dass das Sitzen auf den Autositzen (im Gegensatz zum bergauf gehen) schmerzfrei ist.

Noch 3 km zum Waterfall Beach, der seinen Namen einem winzigen Rinnsal von 1,5m Wasserfall verdankt, der über Felsen in die Bucht läuft und zur Freude diverser Kinder ein Rinnsal bis zum Meer bildet.

Aber der Blick in die andere Richtung ist sehr schön.

Durchs unspektakuläre Denmark geht es dann nach Albany, die einzige „Großstadt“ an der Südküste, mit sagenhaften 30.000 Einwohnern 🙂

Einige nette Häuschen, etwas Kunst, ein Café für einen Mittags-Snack und Kaffee.

An der Küste ein Museumsschiff und einige ganz nette Häusschen mit Ausstellungen über die Historie, kostenlos gegen Donations. Wir werden unsere Dollar-Münzen und Kleingeld los und schaffen es noch vor dem heftigen Regen in den Camper.

Durch zum Teil heftigen Prasselregen fahren wir von der Küste weg nach Norden Richtung Porongorup Nationalpark. Eigentlich wollten wir den Granite Skywalk erklimmen, aber erstens sind wir zu spät, wir haben nicht kalkuliert dass der Hinweg zum Felsen schon über 30min dauert, zweitens ist es zwar trocken, sieht am Horizont aber weiter bedrohlich aus, und drittens ist bergauf und klettern so grade das letzte, was ich mit meinem Steißbein jetzt kann.

Also gehen wir den kleinen Rundweg am Fuß der Berge den irgendwas mit M…Trail durch schöne Vegetation und umschwirrt von bunten Vögeln.

Dann zum sehr netten Porongorup Caravan Park, wo wir trotzdem wegen der sich schnell abkühlenden Temperaturen im Camper verschwinden.

Von kalt nach heiß – Kalbarri

Und wieder unter 10 Grad in der Nacht, die Kleidung in mehreren Schichten hilft. Kaum geht die Sonne auf wird es warm und wir können sogar draußen Frühstücken,

Wieder erst die endlosen 6-7 km Sandpiste mit Schlaglöchern und „Wellblech“ (die Mini-Buckel auf der Straße die das ganze Auto zum Scheppern bringen). Wir haben es nicht weit bis Kalbarri, wo wir einen kurzen Einkaufs-Stopp (neues Trinkwasser!) und einen kurzen Foto-Stopp an einem Steg an der Küste machen.

Wir suchen das nächste Café auf für Cappuchino und Eiskaffee und wlan, um festzustellen, dass nicht mal WhatsApps ohne Foto raus gehen. Also schicke ich meiner Schwester eine sms, dass sie weiß, dass wir noch leben, nur eben in No-Internet-World…Dann gehts noch mal 5km zu unserem vorgebuchten Campground (es ist Wochenende und das Ende der Frühlingsferien, da war uns das sicherer!), die letzten 3km wieder über Wellblech-hurra!

Wir melden an, dass wir nur eine statt der geplanten 2 Nächte bleiben, denn die Strecke für Montag wird unter den nun bekannten Bedingungen (man schafft doch kaum mal 90km/ Std im Schnitt) sonst zum Horror. Alles erfreulicherweise kein Problem, da ausgebucht ist, gibts bestimmt schon eine Warteliste. Der Campingplatz ist erheiternd „rustikal“, liegt aber toll am Fluß und das Hinterland ist ein Eldorado für 4-Wheeler, die Wohnwagen hier sehen auch schon speziell aus.

Wir starten in den Kalbarri Nationalpark, und loben nun nach der Erfindung der Asphalt-Straße auch die Erfindung der Klimaanlage in höchsten Tönen, denn es geht lustig auf die 30 Grad zu….Wir schaffen es mit einer Vollbremsung, das Emu nicht zu erwischen, dass über die Straße läuft, es folgen noch 2 weitere. Die Kamera haben wir zu spät in der Hand, da bleiben nur noch Bilder von den tollen Pflanzen.

Wir fahren 30km bis zum Z-Bend Lookout, eine nette 600m „Wanderung“ zu einem netten Aussichtspunkt über eine Flussschleife mit Felshängen.

Tolle Vegetation, schöne Aussichten, aber die mindestens 10 Fliegen, die einem permanent um den Kopf schwirren und durchs Gesicht krabbeln machen einen Wahnsinnig. 60% der Leute die wir treffen hatten Netze über die Caps und Hüte gestülpt wie ein Imker…hätten wir auch gerne… die andern (wir zum Beispiel) wedeln mit irgendwas vor dem Gesicht rum.

11km zum Skywalk, wir fürchten Menschenmassen, aber Parkplatz und Aussichtsplattform sind eher leer!

Nochmal 3km und wir sind am Parkplatz zum Nature ´s Window, einer bogenförmigen Felsformation mit Blick auf den Fluss- und wieder kaum jemand da?! Hatten wir anders befürchtet!

Der hier startende Loop Trail klang super, aber bei den Temperaturen und den Fliegen….dann lieber nur die 400m zurück in den Camper und zu unserem schattigen Campingplatz am Fluss. Hier drehen wir eine kleine Runde am Fussufer, heute das weitaus bessere Programm, zumal hier interessantes Vogelvolk rumflattert (grünblaue Sittiche, Papageien, Schlangenhalsvogel, Kingfisher (so was wie ein überdimensionaler Eisvogel) etc .

Wir kochen Nudeln und mit Paprika, Zwiebeln und Chillipulver aufgewertete Fertig-Sauce und genießen den Nachmittag mit Lesen bis um 17:30 Uhr die Dämmerung beginnt und die Mücken uns in den Camper fliehen lassen.

Jurien Bay bis Yallabatara

Geweckt werden wir von irgendwelchen Vögeln, die über unser Camperdach trippeln und dem lauten Ruf der Rosa Kakadus. Die Nacht war Lausekalt, knapp 8 Grad, gut, dass wir auf Anfrage eine zweite Decke bekommen haben, so dass sich jeder in eine einwickeln konnte, statt sich gemeinsam nur zuzudecken. Um 8 Uhr tauschen plötzlich 2 Familien mit Kindern auf, die an der Farm-Führung samt Schaf-Fütterung teilnehmen. Auch 2 Bienenstöcke gibt es.

Wir fahren weiter nach Norden durch recht gleichförmiges Buschland, ab und zu kann man einen Blick aufs Meer erhaschen. Wir machen einen Stopp bei der Greenough Wildlife and Bird Park, einer Auffangstation für kranke oder zurückgelassene (Jung-) Tiere. Es ist witzig, die kleinen Kängurus zu füttern, die sich z.T. an der Hand festhalten, bei den Emus muss man mit den scharfen Schnäbeln aufpassen.

Weiter nach Geraldton, die „größte Stadt nördlich von Perth“, deren Attraktionen sich außer 3 älterer Gebäude auf eine 200m lange Straße mit Shops und Restaurants und einen Hafen samt City Beach beschränkt. Aber lustige Absperr-Pöller haben sie.

Dann vorbei an der Pink Lagoon bei Port Gregory, wo Algen und Salz die Lagune in diese interessante Farbe tauchen.

Ich habe die blöde Idee, den Lucky Bay Campground aufzusuchen, der „in den Dünen direkt am Strand“ liegt. erstens fährt man 6 km mal mehr mal weniger löchrige Sandpiste dorthin, dann liegen die Sites tatsächlich im Gestrüpp der Dünen, nur gibt es kaum Wege zum Strand. Nette Camper zeigen uns einen davon und nach Überwindung von 2 Hügeln haben wir wenigstens das geschafft.

Wir stellen uns halbwegs windgeschützt hin, so dass wir wenigstens draußen essen und lesen können, bis es dunkel wird, und sind auch nicht unglücklich, dass wir nicht mit 4WD weiter hinten bis an den Strand fahren kann, da fliegt man wahrscheinlich weg!